Unabhängiges Deutsches Pudel Magazin
Independent German Poodle Magazine

Die generalisierte
Progressive Retina Atroption (gPRA)
bei Pudeln

(Zum Weiterlesen: Ausführliches Interview zur gPRA mit Ute Eberhard
in Europudel-spezial September 2005)

PRA kommt bei vielen Hunderassen vor z.B. Cocker Spaniel, Schnauzer oder Labrador. Beim Pudel gibt es mindestens zwei, vielleicht auch noch mehr Formen. Die prcd-PRA ist die bei weitem häufigste Form. Manche Experten vermuten, dass mindestens 2/3 aller Pudel prcd-PRA-Träger sind (B oder C), höchstens 1/3 halten sie für prcd-PRA frei (A).

Der eigentliche Beginn der prcd-PRA wird bei den meisten Besitzern erst einmal nicht bemerkt. Die Photorezeptoren und die Struktur der Netzhaut im Auge lösen sich auf. Das erste klinische Symptom ist Nachtblindheit. Die Stäbchen, die zuständig sind für gutes Sehen in der Dämmerung, sterben zuerst ab. Der Hund wird unsicher in der Dämmerung und hat weit gestellte Pupillen. Die Augen des Hundes "leuchten" und es ist auch bei normalem Tageslicht ein unnormaler Pupillenweitstand zu beobachten. In gewohnter Umgebung ist der Hund jedoch umweltsicher und kann viel über Geruch und Gehör kompensieren, so fällt es kaum auf.

Bis zu einem Alter von 5-7 Jahren erblindet der Hund dann meistens vollständig. Oft ist das auch erst der Zeitpunkt, bei dem der Hund beim Tierarzt vorgestellt wird. In fremder Umgebung und bei Spaziergängen außerhalb des eigenen Grundstücks wird der blinde Hund Stress haben. Ebenso die Besitzer, die ständig aufpassen müssen, dass ihrem behinderten Liebling nichts passiert. Angriffe durch fremde Hunde sind möglich, da der blinde Hund die Körpersprache der fremden Hunde nicht sehen kann und nicht Situations angemessen reagieren kann. Hunde sind Lauftiere, sie wollen frei rennen und springen, dass ist ihnen blind nie mehr möglich. Es ist eine schwere Aufgabe einen geliebten blinden Hund über viele lange Jahre zu beschützen. Die Lebenserwartung des Hundes ist davon nicht betroffen. Die prcd-PRA verursacht keine Schmerzen und der Prozess ist unaufhaltsam und damit unheilbar. Der Katarakt (Graue Star), der eine Begleiterscheinung ist, verursacht Augendruck und daher auch Schmerzen.

Der Vererbungsweg der prcd-PRA ist genau bekannt. Das Gen, welches es vererbt ist identifiziert. Durch einen Gentest, können die Träger der Anlage, die die Krankheit auslösen, ausfindig gemacht werden. Kein Pudel muss mehr an prcd-PRA erkranken!

Uns steht das medizinische und technische Wissen zur Verfügung um diese Krankheit wirksam züchterisch zu bekämpfen!

Die Vererbung verläuft autosomal rezessiv.
A (normal/clear) -  der Hund bekommt keine prcd-PRA und kann die Anlage auch nicht vererben
B (carrier) -  der Hund bekommt keine prcd-PRA, kann die Anlage jedoch vererben
C (effectet)  -  der Hund bekommt prcd-PRA und vererbt die Anlage

 

Folgende Kombinationen sind bei Zuchttieren sinnvoll:
A + A = Nachkommen 100% A
A + B = Nachkommen 50% A, 50% B

 

Folgende Kombination ist fraglich:
A + C = Nachkommen 100% B
Bei diesen Nachkommen wird keine prcd-PRA ausbrechen, offen ist aber z. Z. ob sich nicht die Veranlagung zum Katarakt (Grauer Star) vererbt. Da muss die Forschung noch mehr Klarheit bringen. Eventuell ist es in Zukunft möglich selbst befallene Tiere in der Zucht zu lassen, soweit mit einem freien Zuchtpartner gezüchtet wird. Aber wie gesagt, wir brauchen erst noch mehr Fakten aus der Forschung.

Folgende Kombinationen müssen unbedingt vermieden werden:

B + B = Nachkommen 25% A, 50% B, 25% C - Krankheit wird ausbrechen
B + C = Nachkommen 50% B,
50% C - Krankheit wird ausbrechen
C + C = Nachkommen
100% C – Krankheit wird ausbrechen

Ist wenigstens eines der beiden Elterntiere mit A getestet, so können die Züchter und Welpenkäufer zumindest sicher sein, das keine C Welpen fallen.

Was muss ich tun um meinen Hund testen zu lassen?

Mittlerweile können die Gentests für prcd-PRA auch Deutschland durchgeführt werden. Sind sie Mitglied eines Pudelklubs, so erkundigen sie sich dort, evtl. bekommen Sie beim Labor einen Preisnachlass.

Für Deutschland
LABOKLIN GmbH&Co.KG
Steubenstraße 4
97688 Bad Kissingen
Tel.: 0971 - 7202-0
www.laboklin.de

Wer züchterisch international cooperiert sollte den Test durch das amerikanische Genlabor OptiGen durchführen lassen, der weltweit anerkannt ist. Zwischenstop der Blutprobe ist in Holland durch:

 Dr. Van Haeringen Laboratorium BV
Tel +31 317 416 402
Fax +31 317 426 117
info@vhlgenetics.com
www.vhlgenetics.com
www.optigen.com